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Wer sich hier nicht wohl fühlt,
ist selber schuld
Das Bohol Sea Resort auf Panglao ist ein echter Geheimtipp
von Ralf Rudzynski
Unverbaut soll es sein, unverbraucht soll es sein; klein soll es sein, aber
fein soll es trotzdem sein. So stellen sich viele Urlauber eine entspannende und
erholsame Auszeit vor. Schließlich will man vom Arbeitsstress abschalten
und gleichzeitig neue Kraft und Energie tanken, um sich nach den Ferien mit neuen
Eindrücken und erweitertem Horizont wieder dem Alltag stellen zu können.
Nicht selten schwingt bei der Suche nach einer Destination neben Vorfreude
auch etwas Skepsis mit - gerade wenn man das ausgesuchte Ziel zum ersten Mal ansteuert.
Im Vorfeld holen Reiseanbieter und Internetpräsentationen gerne schon mal
das Blaue vom Himmel. Nach erfolgter Buchung kann die Realität vor Ort allerdings
ganz anders aussehen.
Das
Bohol Sea Resort auf der nur 17 mal sechs Kilometer kleinen Philippinen-Insel
Panglao jedoch hält, was es auf seiner Homepage verspricht. In einschlägigen
Katalogen der Groß-Veranstalter sucht man die schmucke Anlage, die der Bayer
Henry Hoeppner mit seiner einheimischen Lebensgefährtin Nida aufgebaut hat,
hingegen vergeblich. Der 49-jährige Weltenbummler hat bewusst darauf verzichtet.
So bleibt das Resort überschaubar und der familiäre Charme erhalten.
Gleich mit der Ankunft fühlt man sich als Teil der dortigen Gemeinschaft,
ohne jedoch auf sämtliche Urlaubs-Annehmlichkeiten verzichten zu müssen.
Hoeppner selbst, Tauchlehrer Hanschi, die Tauchmaster Sandro und Linda sowie alle
weiteren Mitarbeiter sind ebenso zuvorkommend wie trotzdem gelassen und entspannt.
Hier kann man sich problemlos fallen lassen und den Urlaub wirklich genießen.
Aussagen wie "Wir kümmern uns darum, dass sich unsere Gäste wohl
fühlen" oder "Das einzige, das Sie hier machen sollen, ist Urlaub"
sind im Bohol Sea Resort weder Floskeln noch leere Versprechungen. Ja, es wird
geradezu erwartet, dass man sich über das umfangreiche Angebot informiert.
Und dabei hört man dann immer wieder folgenden Satz: "Sagen Sie bitte,
was Sie unternehmen wollen, und es wird gemacht."
Natürlich liegt das Hauptaugenmerk dieser Tauchbasis auf Entdeckung und Erkundung
der Unterwasserwelt. Dabei stehen den Gästen nicht weniger als 23 Tauchgebiete
zur Auswahl; direkt am Hausriff, an zahlreichen Stellen entlang der Insel Panglao
sowie vor der nicht weit entfernten Koralleninsel Balicasag. Das in den verschiedensten
Farben schimmernde Blau lädt immer wieder aufs Neue zu einer Exkursion ein.
Man berauscht sich bei den geführten Tauchgängen an Korallen, Wasserschildkröten,
Napoleonfischen, Hammer- und Riffhaien, Jackfischen, Rochen, Skorpionfischen,
Baracudas und unzähligen anderen Meeresbewohnern.
Wer noch keine Sauerstoffflasche auf dem Rücken hatte, der hat die Gelegenheit,
in einem Schnuppertauchkurs erste Erfahrungen zu sammeln und zu erleben, wie es
ist, wenn man schwerelos durchs Meer gleitet und den Rausch der Tiefe spürt.
Gerade dafür bietet Panglao exzellente Möglichkeiten - und das Bohol
Sea Resort individuelle Kurse in ganz kleinen Gruppen. Von Massentourismus ist
hier keine Spur.
Sogar Nicht-Taucher kommen voll auf ihre Kosten - unter einer Bedingung: Eine
Wasserratte sollte man schon sein. Auch beim Schnorcheln kann man die bunte Welt
unter dem Meeresspiegel erobern. Schwärme von Thunfischen begegnen einem
ebenso wie Drückerfische, Kugelfische, Papageienfische, Makrelen, hoch giftige,
aber friedliche Wasserschlangen, Moränen, unzählige Anemonenfische und
blaue, gelbe, rote oder braune Seesterne. Wasserschildkröten ziehen die Besucher
ebenso in ihren Bann wie Delphine - und manchmal sogar die gigantischen Walhaie.
Alleine schon die Fahrten auf den kleinen und größeren Bancas, den
philippinischen Booten, sind immer wieder aufs Neue ein wunderschönes Erlebnis.
Genauso interessant und sehenswert sind Vegetation und Landschaft von Panglao
und der großen Nachbarinsel Bohol mit seiner Hauptstadt Tagbilaran. An Land
ist Grün in allen Farbnuancen - von hell bis dunkel, saftig bis matt - die
beherrschende Farbe. Passend zu den wunderschönen Kokos-, Bananen- oder Fächerpalmen
glänzen außerdem gelbe, orange, weiße, rote oder rosé
Bougainvilleen in ihrer Farbenpracht. Ein Traum sind die Küsten, an denen
der weiße oder gelbe Sand vom türkisblauen Meer umspült wird.
Henry Hoeppner bietet Touren an. Unbedingt mitmachen sollte man eine Tagesfahrt
zu den berühmten Chocolate Hills, die zu den "Weltwundern der Moderne"
gezählt werden. Dazu gehört außerdem eine Fahrt auf dem Loboc-River
mit einem Besuch der Tarsiere, den nur 20 Zentimeter kleinen Äffchen, die
beim TV-Werbespot einer Versicherung mit ihren großen Augen in jedes Wohnzimmer
hineinstarren. Vorbei geht es an Reisfeldern, die die Einheimischen in mühevoller
Arbeit mit ihren Wasserbüffeln beackern.
Das Resort unterstützt aber auch jederzeit eigene Bemühungen, die Umgebung
ganz bequem selber mit Roller, Motorrad oder Auto zu erkunden und die ungemein
gastfreundlichen Philippinos kennen zu lernen. Mit dem Roller langsam über
die Straßen zu tuckern, hat seinen besonderen Reiz. Hinzu kommt der Charme
der Einheimischen, die immer wieder ihr Herz öffnen. Für jedes Lächeln
gibt es einen strahlenden Blick zurück. Winkende Kinder und Erwachsene stecken
mit ihrer Herzlichkeit an.
Bei einer Tour "auf eigene Faust" muss man allerdings auf die vielen
interessanten Tipps und Informationen verzichten, die der seit 1996 auf den Philippinen
lebende Henry Hoeppner weitergibt. Doch gerade durch ihn erfährt man viel
Fundiertes über philippinische Geschichte, Kultur und Gesellschaft.
Im Bohol Sea Resort werden die Ferien wahrhaft zum echten Traumurlaub. Denn um
sich vollends wohl zu fühlen, möchte man trotz des Interesses an einem
fernen Land und einer anderen Kultur auf den aus der Heimat gewohnten
Standard nicht gerne verzichten - im Gegenteil: Erst er sorgt dafür, dass
der Urlaub endgültig perfekt wird. 20 angenehm in die Natur integrierte Bungalows
sind nach europäischem Standard eingerichtet. Das Essen wird täglich
frisch zubereitet. Gerne geht die Küche auch auf die Wünsche und Anregungen
der Gäste ein. Highlights sind die Fischgerichte sowie die Abende, an denen
die Nationalspeise, Lechon (Spanferkel), am kleinen Strand gebraten wird.
Wer Bedenken vor einem "Traumurlaub" hat, weil dieses Wort oft mit dem
Attribut "teuer" assoziiert wird, kann auch diesbezüglich aufatmen.
Die Ausgaben sowohl im Resort als auch außerhalb entsprechen nämlich
nicht den deutschen Standards. Zwei Beispiele: Getränke wie Biere, Säfte
oder Limonaden kosten zwischen 40 Cent und einem Euro. Die Preise für Speisen
sind im Vergleich zu deutschen Verhältnisse ebenfalls kaum der Rede wert.
Das ist Urlaub, den man sich leisten kann. Eines sollte man allerdings immer bedenken:
Wer den nötigen Respekt zuhause lässt, ist nicht gerne gesehen. Ansonsten
gilt: Wer sich hier nicht wohl fühlt, ist selber schuld.
Der Autor:
Ralf Rudzynski (40) ist seit fast 20 Jahren freiberuflich als Journalist tätig.
Seine Reisen führten ihn u.a. nach Jamaika, Trinidad & Tobago, St. Lucia,
Ägypten, die Mongolei und im November 2008 auf die Philippinen. Im Bohol
Sea Resort absolvierte er seinen ersten Schnuppertauchkurs, konnte feststellen,
dass es hier keinerlei Berührungsängste zwischen Tauchern und Schnorchlern
gibt und entdeckte die Inseln Bohol und Panglao auf mehreren Landausflügen.
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